Auch wenn bei der Terrasse noch einige (nervige) Flexarbeiten fehlen, sieht es draußen so langsam nach einem Garten aus. Beim Holzteil der Terrasse waren einige Dielen defekt. Die Austauschdielen hat der Holzhandel diese Woche gebracht und ich hab sie heute eingebaut. Nicht unerheblichen Anteil trägt jedoch der Rollrasen, den wir seit heute haben. Der Effekt ist enorm. Morgens noch Acker, abends ein saftiges Grün!
Weiter geht´s!
Nachdem wir nun seit Ende Januar im Haus wohnen, wird es Zeit für einen weiteren Beitrag.
Die meisten Baustellen im Haus sind beseitigt. Da war z.B. das Treppenhaus, es hat nach dem Einzug noch einen Anstrich bekommen. Auch den Spachtelboden mussten wir im Bereich des Treppenhauses noch “bauen”, da bis kurz vor Einzug ja noch das Baugerüst dort stand.
Der Sommer kommt bestimmt, so zieht es uns nun nach draußen. Das Rennen um den ersten Freiluft-Muskelkater hat eindeutig die Terrasse gewonnen. In den letzten Tagen hat sie ganz gut Form angenommen und es lässt sich schon gut erkennen, wie sie später wirken soll.
Achtung, jetzt kommt ein Karton!
Endlich geschafft!
Ganze zwei Jahre, nach dem Entschluss von Braunschweig ins Rheinland zu ziehen, sind wir nun endlich in unserem neuen Zuhause angekommen. In dieser Zeit haben wir viel geplant, verworfen, neu geplant, gesucht, geflucht, gerechnet, eingepackt, ausgepackt, umgeräumt, fotografiert, gemessen, telefoniert, uns aufgeregt, wieder abgeregt und was weiß ich noch nicht alles. Ganze vier mal sind wir umgezogen vom Weg aus unserem Haus in Braunschweig bis in unseren m5!cube
Mittlerweile haben wir uns schon gut eingerichtet. Die meisten Lampen und Gardinen sind angebracht und Kartons ausgeräumt. Insgesamt hatten wir ca. 100 Kartons. Einige davon sind platt und reif für den Müll, einige waren geliehen. Ca. 50 Kartons sind jedoch noch gut zu gebrauchen und suchen eine neue Aufgabe! Wer also plant umzuziehen, kann sie gern für 1€ /Stk. zum Einpacken einpacken. Bei uns würden sie sich nur noch langweilen und ausserdem brauchen wir den Platz
Stairway to Heaven …!??
Naja, nicht ganz.
Es ist zwar “nur” eine Treppe, die da seit Donnerstag wahrhaftig in unserem Treppenhaus Platz gefunden hat. Für uns ist es jedoch der Meilenstein zum Einzug. Zu sehen, dass alles nach Plan lief und die Fa. Schuster die Arbeiten innerhalb des Donnerstags fertig stellte, verschaffte uns eine echte Erleichterung. Somit vielleicht doch eine, wenn auch kleine, “Stairway to Heaven”
- Blick aus der Diele
- Blick von unten
- Massive Podest-Konstruktion
- Blick vom Flur im 1. OG
- Blick aus dem Staffelgeschoss
Fazit 2: Design Spachtelboden – Selbst gemacht!
Lange haben wir uns mit der Frage unseres Bodenbelags beschäftigt. Vieles hat so sein Pro und Contra. Fliesen, Parkett, Korkparkett, Teppich, Linoleum, Sichtestrich. Nicht jeden Belag hätten wir im Wohnzimmer und den Schlafzimmern verwendet. Fliesen haben wir keine gefunden, die wir uns auch im Wohnzimmer hätten vorstellen können.
Jeden Belag haben wir unter den Gesichtspunkten Farben, Akustik, Haptik beim Barfußlaufen, Fugen, Wärmeleiteigenschaften und Robustheit für uns bewertet. Da wir eine Fußbodenheizung mit einer geringen Vorlauftemperatur von ca. 28°C haben, sollten auch Teppiche vollflächig verklebt werden. Gerade in den Kinderzimmern war das ein No-Go. Wenn die Kinder in wenigen Jahren mal einen anderen Teppich haben möchten, fangen die Probleme an den Teppich mit dem Kleber wieder da raus zu bekommen.
Kurzum, wir gelangten schnell zu dem Eindruck, dass ein Sichtestrich all unsere Anforderungen erfüllen könnte. Wir informierten uns zu möglichen Ausführungsbetrieben und natürlich auch zum Kostenrahmen. Dabei wurde uns stückweise bewusst, dass es mit dem Erstellen des Sichtestrichs nicht getan ist. Zudem muss der Boden bis zur Fertigstellung vor allen noch auftretenden Einflüssen geschützt werden. Fraglich, ob das mit vertretbarem Aufwand zu gewährleisten gewesen wäre. Zudem bereitete uns ein Thema Sorge: die Innentreppe. Sie wird erst spät eingebaut und es wird Bereiche im Estrich geben, die nachträglich geschlossen werden müssen. Spätestens hier war der Sichtestrich schon wieder “gestorben”.
Also konzentrierten wir uns bei der Recherche auf Bodenbeläge, die nachträglich auf den Estrich aufgebracht werden und trotzdem die gewünschten Eigenschaften besitzen. So gelangten wir zu den Design Spachtelböden. Bekannt ist der Castrello, Pandomo oder auch Beton Ciré. Die Optiken gefielen uns sehr. Die Preise für die Ausführung eher weniger. Da wir ca. 180-190qm (Wohnzimmer, Küche, Diele, Abstellräume, Gäste-WC, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Gästezimmer + Büro) damit belegt haben wollten, waren 100-180€ pro Quadratmeter dann doch jenseits der Schmerzgrenze.
Schnell kam die Idee auf: “Hey, das könnten wir doch selbst machen, oder?”.
Hm, wirklich? Wir begannen damit Materialpreis für Endkunden in Erfahrung zu bringen … Fehlanzeige. Die Materialien werden nur an ausgebildete Fachfirmen verkauft. Ist in aus Sicht der Qualitätssicherung nachvollziehbar, aber wir wollten uns damit nicht zufrieden geben. Also weiter im Internet nach Hinweisen und Firmen suchen, ob es nicht doch schon jemand mal selbst gemacht hat.
Hierbei stieß meine Frau auf die Webseite “Wir machen Boden” der Firmen “Thomsit” und “Dr. Schutz”. Hier
wurde ein Systemaufbau beschrieben, der vielversprechend klang. Auch die Farbgebung und Optik gefiel uns. Der Boden besteht Hauptsächlich aus einer selbstnivellierenden, zementären Spachtelmasse. Diese wird zusätzlich mit einer PU-Versiegelung gegen Flecken und sonstige unerwünschte Einflüsse geschützt.
Als nächstes holten wir die Endkundenpreise für das Material ein. Siehe da, es war kein Problem das gesamte
Material zu bestellen. Grundierung, Voranstrich, Spachtel, PU-Siegel, Werkzeug. Ok, das war nun geklärt
Somit konnten wir nun damit beginnen, die konkrete Ausführung zu planen.
1. Vorbereitungen
Der Boden sollte unbedingt sauber + staubfrei sein. Reste von Fliesenkleber oder Ähnlichem unbedingt vorher entfernen. Wir haben den Boden im gesamten Haus bestimmt 5x intensiv abgesaugt und teilweise mit der Drahtbürste gereinigt. Falls es Lücken im Randdämmstreifen gibt, sollten diese unbedingt abgedichtet werden. Entweder den Randdämmstreifen erneuern, oder bei kleineren Stellen einfach mit Acryl abdichten.
2. PU-Grundierung
Diese dient dazu mögliche Restfeuchtigkeit des Estrichs abzusperren. Zudem sorgt sie dafür, dass der Estrich später der Spachtelmasse nicht zu schnell das Wasser entzieht. Das stellt eine gleichmäßige Belastbarkeit und Optik sicher. Die Grundierung muss in zwei Durchgängen mit einer Rolle aufgetragen werden.
3. Bearbeiten mit der schwarzen Pad-Scheibe
Hierfür haben wir uns eine Teller Schleifmaschine gemietet. Pad-Scheibe drunter und die komplette Fläche damit griffig vorbereitet.
4. Der Voranstrich
… wird ebenfalls mit der Rolle aufgetragen und dient als Haftbrücke. Hier genügt ein Durchgang. Der war allein in ca. 5-6 Stunden erledigt.
5. Spachtelmasse aufbringen
Der größte Akt. 58 Säcke Thomsit SL 85 Spachtelmasse (ca. 1,5 Tonnen). Das haben wir zu dritt gemacht. Ein guter Freund und mein Schwiegervater haben tatkräftig geholfen. Wir haben zunächst in den Räumen im Staffelgeschoss angefangen. Das half dabei den Workflow zu testen und ein Gefühl für das Material zu bekommen. Jeder Sack des Materials wird mit exakt 6 Litern Wasser angerührt. Bei den geplanten 5mm Auftragsstärke hat ein Sack damit eine Reichweite von ca. 3,3 Quadratmetern. Also hieß es im Akkord Material anrühren, verteilen, mit dem Stiftrakel (auf 5mm eingestellt) abziehen und mit der Nagelwalze entlüften. So haben wir drei in ca. 9 Stunden reiner Arbeitszeit die gesamte Fläche geschafft.
6. PU-Siegel
Nachdem die Spachtelmasse mindestens 24 Stunden ausgehärtet war, konnte das PU-Siegel mit der Rolle aufgebracht werden. Hier waren wieder zwei Durchgänge notwendig. Nach zwei Stunden ist das Siegel zumindest soweit getrocknet, dass man vorsichtig auf Socken darüber gehen kann, ohne Spuren zu hinterlassen. Das hat dann nochmals ca. 12 Stunden Zeit gekostet. Für das Siegel gibt es verschiedene Varianten von glänzend bis extra matt. Wir haben im Hinblick auf die tägliche Pflege die extra matt Variante genommen.
Alles in allem
Wir sind sehr auf das Wohngefühl gespannt und werden sicher noch über die eine oder andere Praxiserfahrung hier im Blog schreiben. Im Moment sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das Maß an Arbeit für diesen Boden ist recht h0ch, aber machbar. Und ja, es gibt Stellen wo ich sagen kann ” da haben wir Lehrgeld gezahlt”
Da hätte man es mit Übung noch besser hinbekommen können. Aber dafür, dass wir es zuvor noch nie gemacht haben kann sich das Ergebnis sehen lassen.
Wichtig: Eine sehr gute Vorbereitung der Materialien, Arbeitsabläufe und gutes Material für die Verarbeitung sind unheimlich wichtig und spart nerven! Hier ist sparen fehl am Platz, wenn das Ergebnis passen soll. So war z.B. ein Stiftrakel für ca. 80€ unheimlich hilfreich die geplante Aufbauhöhe von 5mm durchgängig einzuhalten. Ich möchte nicht darüber nachdenken wie ich das mit einem Spachtel oder normalem Rakel hinbekommen hätte ….

























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